Es war ein Jahr der Großbrände, das die Ehrenamtlichen im die Städte Hardegsen, Uslar und den Flecken Bodenfelde umfassenden Brandschutzabschnitt West sehr gefordert hat. Abschnittsbrandmeister Markus Groß konnte 2024 jetzt bei der Dienstversammlung in Offensen bilanzieren. Das Ergebnis: Schlagkräftige Einsatzabteilungen auf stabilem Niveau, aber auch zehn Großbrände. Und: Steffen Ruppin übernimmt das Amt des stellvertretenden Abschnittsbrandmeisters von Jörg Jacob.
Ein Gebäudebrand in Schlarpe im Januar, ein Großbrand am ehemaligen Sägewerk Müller in Hardegsen im Februar, Feuer im Schweinestall in Hevensen im April, die brennende Biogasanlage bei Hevensen im Mai, ein Gebäudebrand in Sohlingen im Juni, ein Feuer bei Profagus in Bodenfelde mit rund 20 Kilometer weit sichtbarer Rauchsäule im Juli, der Brand im Pfarrhaus Bodenfelde im August und der Brand an Heiligabend in Schönhagen sind nur einige der Einsätze, die die Rettungskräfte, stellenweise überregional über viele Stunden forderten.
Neben diesen Großeinsötzen gab es auch noch zwei große Übungen. Das Thema Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung wurde im September im Bereich der Heidelbeerhütte geübt. Zahlreiche Feuerwehren aus Uslar, Bodenfelde und Hardegsen waren gemeinsam mit Einheiten der Kreisfeuerwehr, darunter die Technische Einsatzleitung, das Waldbrandmodul der Kreisfeuerwehrbereitschaft 1, die Rettungsrobotik der Kreisfeuerwehrbereitschaft 4, der vierte Zug Verpflegung der Kreisfeuerwehrbereitschaft 2 und dem Fachzug Bevölkerungswarnung des Landkreises im Einsatz. Eine weitere Übung gab es im November an der Bahnstrecke zwischen Gierswalde und Bollensen. Hier war ein Arbeitszug der Deutschen Bahn „verunglückt“. Gefahrstoffe traten aus und mussten aufgenommen werden.
Mit Blick auf die Zahlen ist der Brandabschnitt West gut aufgestellt. Die Feuerwehren können auf 1050 Mitglieder in den Einsatzabteilungen zurückgreifen (+1 zum Vorjahr), die Jugendfeuerwehren sind 179 Mitglieder stark (-7), in den Kinderfeuerwehren versehen 149 Mädchen und Jungen ihren Dienst (+10). Mit dieser starken und erfolgreichen Nachwuchsarbeit, betonte Markus Groß, sei man gut für die Zukunft gewappnet.
Abschnittsjugendfeuerwehrwartin Jana Rosenberg konnte von zahlreichen Projekten berichten, die seitens der Kreisjugendfeuerwehr „in enger Zusammenarbeit mit der Kreisfeuerwehr und der Kreisverwaltung umgesetzt“ werden konnten. Dazu gehören unter anderem das im vergangenen April eröffnete KreativLAB, das für handwerkliche, kreative und teambildende Projekte bereits Hunderte Jugendliche in die Erich Kästner-Schule nach Northeim locken konnte.
Kreisbrandmeister Marko de Klein sprach den Kameradinnen und Kameraden seinen Dank für die geleistete Arbeit in dem herausfordernden Jahr 2024 aus. Die Arbeit der Feuerwehren befinde sich in einem Wandel. Neben der klassischen Brandbekämpfung gewinne der Bereich des Katastrophen- und Bevölkerungsschutzes zunehmend an Bedeutung. „Die Bevölkerung vertraut auf unsere Fähigkeiten, und wir tragen eine immense Verantwortung für das Wohl unseres Landkreises“, sagte Kreisbrandmeister de Klein. In den vergangenen 30 Jahren war seine Tätigkeit für die Kreisfeuerwehr ihm „immer eine Herzensangelegenheit“. „Leider gab es nach der Wahl unschöne Entwicklungen in Form von Hass und Hetze im Internet. Dies hat der Feuerwehr geschadet und könnte potenzielle Führungskräfte abschrecken. Ich appelliere an euch alle: Treten wir gemeinsam gegen Hass und Hetze ein. Verweigert solchen Tendenzen die Zustimmung und setzt euch aktiv dagegen ein“, sagte de Klein. Damit verbunden sei für ihn, für das Amt des Kreisbrandmeisters nach seinem Ausscheiden Ende Juni in dieser Funktion nicht mehr zur Verfügung zu stehen. „Mein Wunsch für die Zukunft ist klar: Stärkt den Zusammenhalt und die Kameradschaft – nicht nur im Einsatz, sondern auch darüber hinaus.“
Ehrungen und Beförderungen
Die Ehrung für 25 Jahre aktiven Dienst erhalten haben Tim Barkhof (Ortsfeuerwehr Hevensen), Christian Weber (Trögen/Üssinghausen) Franziska Ellies (Lutterhausen) und Dietmar Vielhauer (Hardegsen). Für 40 Jahre aktiven Dienst geehrt wurden Andreas Meyer (Hevensen), Jörg Busch (Lichtenborn), Steffi Weißmann (Trögen/Üssinghausen), Frank Henkel, Jörg Hengst und Uwe Henne (alle Espol) sowie Rolf Schormann (Lichtenborn). Die Ehrung für 50 Jahre im aktiven Feuerwehrdienst haben Friedhelm Henne und Dieter Rolf (beide Espol) sowie Hans-Hermann Quentin (Ellierode) erhalten.
Die Ehrennadel des Kreisfeuerwehrverbandes in Bronze haben Ina Vielhauer, Dietmar Vielhauer und Steffen Karsten für ihre Tätigkeit in der Kreisausbildung und Patrick Borchert, Carsten Klingemann und Michaela Krull für ihre Tätigkeit als Wertungsrichter erhalten. Die Ehrennadel in Silber gint an Ernst Hartwig Spangenberg, Axel Meyer, Rolf Engelke und Sascha Krull jeweils für 20-jährige Tätigkeit als Wertungsrichter. Die Ehrennadel in Gold hat Wolfram Westphal für 30-jährige Tätigkeit als Wertungsrichter erhalten.
Kreisbrandmeister Marko de Klein und Abschnittsbrandmeister Markus Groß konnten am Abend auch eine ganze Reihe an Kameradinnen und Kameraden ehren. Lukas Hellwig (Lichtenborn) und Timo Rien (Trögen/Üssinghausen) wurden zu Oberlöschmeistern befördert. Jana Rosenberg wurde als stellvertretende Kreisjugendfeuerwehrwartin zur Hauptlöschmeisterin, Marwin Dörnte (Gierswalde) und Marcel Arnold (Eschershausen) zu Hauptlöschmeistern befördert. Andre Fegebank (Gladebeck) und Jan Eric Jörn (Sohlingen) tragen nun den Dienstgrad des Ersten Hauptlöschmeisters. Swen Berger (Hettensen) wurde zum Brandmeister, Sven Koschol (Bodenfelde) zum Oberbrandmeister befördert. Karsten Gomoll (Bodenfelde) bekam den Dienstgrad des Ersten Hauptbrandmeisters verliehen. Abschnittsleiter Markus Groß (Volpriehausen) trägt nun den Dienstgrad des Abschnittsbrandmeisters.
